09.01.2018: Gedanken zum neuen Jahr

„Jeder Einzelne trägt die ganze Verantwortung.“ (Willi Graf)

Saarbrücken gedenkt in diesem Jahr Willi Graf. Der Kämpfer gegen den Nationalsozialismus wäre am 2. Januar 100 Jahre alt geworden. Aus seinem tiefen Glauben heraus hat er gegen das Unrecht gekämpft und sich eingesetzt. Ein Vorbild für unsere Zeit? Ich meine: Ja.

Nicht nur, weil es im letzten Jahr zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine rechtsextreme Partei in den Deutschen Bundestag geschafft hat und es gilt, gegen dumpfe, menschenverachtende Hetze Farbe zu bekennen. Jeder trägt die ganze Verantwortung.

Das gilt auch für alle anderen Bereiche der Gesellschaft. Wir leben in Deutschland – vergleicht man uns mit anderen Ländern der Welt – ökonomisch und politisch auf einer Insel der Glückseligen. Gleichzeitig sind wir Weltmeister des Jammerns und Lamentierens. Zu viel Arbeit, zu wenig Geld, zu wenig Freizeit…. Wann kommen wir endlich an den Punkt, Leistungen zu erkennen und als solche positiv zu benennen? In Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft und Politik. Stets heißt es: ja, aber…

Damit verbunden ist eine weitere Frage: Warum übernehmen wir nicht mehr Verantwortung? Für unser Leben, für unser Umfeld, für die Gesellschaft als Ganzes? Warum sind wir nicht Gestalter unserer selbst und unserer Gesellschaft? Anstelle dessen rufen wir nach Regeln, Gesetzen und gleichzeitig nach den Vollstreckern dieser Regeln. Das ist ja bequemer, als selbst aktiv zu sein, selbst zu gestalten und zivil couragiert zu sein.

Es ist an der Zeit, dass jeder Einzelne von uns Verantwortung übernimmt und handelt. Vielleicht ist Willi Graf ja auch in dieser Hinsicht ein Vorbild: „Nicht, es muss etwas geschehen, sondern ich muss etwas tun.“ Wir sind gefordert. Jede Einzelne und jeder Einzelne. Am Arbeitsplatz, im privaten Umfeld und in der Gesellschaft.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesundes und glückliches Jahr 2018.

Ihr

Thomas Schommer

10.11.2018: Seminar Sprache als Machtinstrument

Sprache begleitet uns von Geburt an. Sie vermittelt uns Sicherheit, sie gibt uns Halt und sie stiftet Identität. Aber sie ist von altersher auch immer Machtinstrument. Das gilt für die Rolle der Geschlechter zueinander ebenso wie im Verhältnis Herrschende und Beherrschte. Unabhängig vom politischen System, denn auch in Demokratien gibt es eine Sprache der Herrschenden und es wird ein täglicher Kampf über die Deutungshoheit geführt. Mit Worten und mit Sprache. Wer die Deutungshoheit für sich in Anspruch nehmen kann, ist im politischen Diskurs auf der Siegerstraße – und kann Macht ausüben.

Das Seminar geht der Bedeutung von Sprache in unserer Gesellschaft und der Vermittlung von Inhalten und Emotionen über die Sprache auf den Grund. Ist es tatsächlich so „normal“ von völkisch als adjektiv von Volk zu sprechen, wie es Frauke Petry als Vorsitzende der AFD im September 2016 behauptete? Sprache zeigt Wirkung. Tagtäglich. Ein sorgloser Umgang mit ihr macht uns alle zum Spielball derer, die Sprache längst als Instrument der Machterreichung und zur Umsetzung eigener Ziele entdeckt haben.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.sdsaar.de

20.10.2018: Seminar Total global

Globalisierung findet statt. Jeden Tag. Seit altersher. Bereits Araber, Römer und Griechen betrieben global – in ihrer Welt – Handel und Politik. Auch mit Waffen und in Form von Kriegen. Über viele Jahrzehnte herrschte in der „freien“ Welt auch grundsätzlich Konsens über die Vorteile der Internationalisierung und Globalisierung von Werten, Märkten und Politik. Schließlich galt es, dem Gegner im Kalten Krieg gemeinsam Paroli zu bieten.

In den letzten 20 Jahren hat die Kritik an der Globalisierung deutlich zugenommen. Auf der einen Seite werden „westliche“ Werte – wie etwa die Menschenrechte und die Demokratie – als universell angesehen, auf der anderen Seite gibt es laute Kritik an globalen Märkten und einer globalen Politik.

Das Seminar untersucht die globalen Entwicklungen in den Themenbereichen Werte, Märkte und Politik. Einzeln und auch im Zusammenspiel. Denn die Frage lautet zum Beispiel auch, ob es universelle Werte ohne eine globale politische Instanz geben kann? Oder ist ein Wohlstand für alle ohne einen globalen Markt vorstellbar?

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.sdsaar.de